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S h e l t i e m ä d e l      N i c k i
- Die schlaue Jogging – Hündin-


An einem kalten Winterabend – 14. Dezember 2001 - zog das kleine Sheltiewelpen
„Black Nicki vom Olymp“ im zarten Alter von 8 Wochen bei mir ein. Besonders in
den ersten Tagen und Wochen hatte ich fortan auf Schritt und Tritt einen stets lust-
igen, neugierigen und treuen Schatten.

Bei den Spaziergängen durch die neue Heimat in Bersenbrück (Landkreis Osnabrück)
erwies sich das süsse tricolor Sheltiemädel als wahrer Blickfang. Immer wieder 
wurden wir angesprochen: „Oh ist die niedlich!“, „ Darf ich den Hund mal streicheln ?“
„Wie groß wird sie denn ?“, „Oh, ein ganz kleiner Collie!“. Bald riefen die Kinder
schon laut von weitem: „Hallo Niiiiiickkkkkkiiiiii“. Dem kleinen Sheltiegirl war soviel 
Aufmerksamkeit aber eher unangenehm, schließlich sollten die Spaziergänge doch
dazu dienen, ausgiebig die interessanten Gerüche und Hundenachrichten aufzunehmen
und Ausschau nach den ersten Hundebekanntschaften zu halten. Nun ja, als einziger
Sheltie in einem 6.000-Einwohner-Städtchen bleibt man nicht lange anonym.

Auch in der Welpenspielstunde war das Nicki-Mäuschen rasch „Everybody’s Darling“. 
Ähnlich einer Monica Seles beim Tennisspiel stürzte sich Nicki mit Stöhnen und zahl- 
reichen undefinierbaren „Schlachtrufen“ ins Getümmel. Selbst doppelt so große 
Artgenossen hatten schnell Respekt vor dem kleinen Wirbelwind.
 
      

Es kam der Tag, den ich so rasch nicht vergessen werde: Montag, 22. April 2002.
Am Vortag hatte ich erfolgreich (3h09) den Hamburg-Marathon absolviert und
so stand an jenem Montagvormittag zur Regeneration der müden Muskulatur
ein 5-km-Lauf im langsamsten Tempo auf dem Trainingsplan. Eigentlich eine gute 
Gelegenheit meiner Nicki so richtig Auslauf zu gönnen. Also rein mit ihr ins Fahrrad-
körbchen und Richtung Drehler Forsten geradelt. Nach 20 Minuten erreichten wir das
abseits vom Verkehrslärm gelegene Waldgebiet. Dort begegnet man an einem 
Montagvormittag höchstens Hase und Igel. Das Fahrrad abgestellt und mit dem 
Kommando „Achtung,fertig, los“ setzen sich Herrchen und Vierbeiner in Bewegung. 
Nicki raste los wie eine Rakete um sich dann verwundert umzuschauen, wie langsam
ihr Herrchen dahertrottete.Schon kam sie wieder angerauscht um auf den nächsten
Metern vor Aufregung wie ein Flummi immer wieder hochzuspringen, mal zu Zwicken
und ihre pure Lust so richtig auszuleben. Bei meinem Trainingstempo nutzte das Sheltie-
girl so ganz beiläufig auch die Möglichkeit um ihre Geschäftchen zu erledigen und sich zu
erleichtern. Doch dann geschah es.................plötzlich zischte ein Häschen quer über den
Waldweg und Nicki schnurstracks hinterher in die Büsche.

In Sekundenschnelle rief ich mir die klugen Ratschläge aus der Hundeschule ins Gedächtnis: 
„Der Hund muss immer aufmerksam bleiben“ 
„Er soll DICH beobachten, nicht Du ihn“
„Ruf nur einmal komm und nicht öfter“
„Lauf Deinem Hund nicht hinterher“
Also rief ich ein klares und bestimmendes „Nicki KOMM“, „Nicki HIERHER“ und
joggte weiter ..und weiter ...und weiter ...nach 400m drehte ich mich dann um, aber
wo war mein Schatten? Keine Nicki weit und breit zu sehen!
Allen guten Tips zum Trotz wurde mir langsam mulmig. “NICKI KOMM, NICKI
HIERHER“...ich rief immer öfter, immer lauter ...doch von der kleinen Maus
nichts zu hören, nichts zu sehen.....
Jetzt keine Panik ...zurück an die Stelle, wo sie auf die Hasenjagd ging....aber
auch dort NICHTS.....Wie mag es ihr gehen? Irrt sie völlig orientierungslos
durch den Wald? Tausend Gefahren lauern doch dort auf das gutgläubige
Nesthäkchen. Wie und welche Suchaktionen kann ich starten ? Soll ich Ver-
stärkung holen? Völlig verzweifelt und konfus erreichte ich dann irgendwann
wieder die Stelle an der ich mein Fahrrad geparkt hatte..........und dachte zu 
träumen, denn neben dem Rad hockte................ die brave Nicki!!!!!!!!!!!!
Sie sah mich mit den hübschen Mandelaugen an, als ob sie sagen wollte: 
„Wird ja Zeit Herrchen, dass Du endlich kommst. Ich will jetzt nach Hause.“
Ich hab mir das Sheltiegirl geschnappt und ganz fest ans Herz gedrückt, 
geknuddelt und .....ja ich geb’s zu, es kullerten ein paar Freudentränen. 
Der schlaue Vierbeiner war doch tatsächlich ca. zwei Kilometer allein zurück-
getrabt und hatte sich wohl gedacht, dass ihr Herrchen schließlich nach dem 
Joggen wieder beim Fahrrad landen muss.

Mittlerweile ist Nicki eine begeisterte Sportlerin geworden und liebt es beim
Joggen dabei zu sein...........und in Bersenbrück tummeln sich inzwischen
5 Shelties.